Die Entscheidung für einen Gartenstil kann sich anfühlen, als würde man versuchen, ein Lieblingskind auszuwählen. Vielleicht möchten Sie das romantische Chaos eines englischen Cottages, die strenge Präzision von Versailles oder die meditative Stille eines Zen-Retreats. Die gute Nachricht ist, dass Sie keinen Abschluss in Landschaftsarchitektur benötigen, um einen dieser Looks hinzubekommen. Sie müssen nur eines auswählen und sich an die Regeln halten.
Der schnörkellose englische Cottage-Garten
Wenn Ihre Vorstellung von einem perfekten Samstag darin besteht, sich die Hände schmutzig zu machen und sich nicht viel um Symmetrie zu kümmern, ist der englische Bauerngarten genau das Richtige für Sie. Dieser Stil entstand im frühen 18. Jahrhundert als Rebellion gegen die strengen, geometrisch formalen Gärten der Aristokratie. Es geht um Naturalismus.
Um diesen Look zu erhalten, müssen Sie sich die „überwachsene“ Ästhetik zu eigen machen. Aber lassen Sie sich dadurch nicht zu der Annahme verleiten, dass es sich um Vernachlässigung handelt. Es ist kuratiertes Chaos. Sie möchten, dass Kletterpflanzen und Efeu über Bauten wachsen. Verwenden Sie Lauben, Spaliere und Holzbänke als Mittelpunkte. Das Layout sollte asymmetrisch sein.
Der Schlüssel liegt darin, die Pflanzen zusammenwachsen zu lassen. Sie sollen um Licht und Raum konkurrieren und einen dichten, üppigen Farbteppich bilden. Allerdings muss man sich trotzdem um sie kümmern. Jäten und Beschneiden sind unerlässlich, auch wenn das Endergebnis wild aussieht. Wenn Sie die Pflanzen völlig unbeaufsichtigt lassen, ist Ihr Garten kein Bauerngarten mehr, sondern ein Schrottplatz.
Die Materialien sind hier eher rustikal. Denken Sie an verwittertes Holz, leicht unebene Steinwege und Terrakottatöpfe. Vermeiden Sie glänzendes Metall oder Kunststoff. Ziel ist es, den Eindruck zu erwecken, dass der Garten schon seit Jahrhunderten existiert und stillschweigend das Haus übernimmt.
Der formale französische Garten
Dies ist das Gegenteil des Landhausstils. Wenn Sie eine schiefe Hecke oder ein Unkraut im Gras nicht ertragen können, entscheiden Sie sich für den französischen Stil. Denken Sie an die Gärten von Versailles. Sie werden durch Kontrolle, Geometrie und Hierarchie definiert.
Das Fundament eines französischen Gartens ist das Pflanzbeet. Diese müssen in präzisen geometrischen Formen angelegt werden – Kreisen, Quadraten oder komplizierten Parterres. Sie werden von klaren, geraden Gehwegen durchzogen. Die Linien müssen scharf sein. Wenn ein Weg eine Kurve macht, muss es sich um einen mathematisch perfekten Bogen handeln, nicht um einen mäandrierenden Feldweg.
Wasserspiele sind hier keine Option. Sie benötigen Springbrunnen oder reflektierende Becken, die die Pracht des Hofes von König Ludwig XIV. nachahmen. Das Wasser sollte still stehen oder in präzisen Strahlen gesprüht werden und darf nicht über zufällige Steine sprudeln.
Pflanzenauswahl ist wichtig. Sie können Gemüse hinzufügen, es muss jedoch in geordneten Reihen gepflanzt werden. Sellerie, Spargel und Lauch sind traditionelle Optionen. Für die Farbe sollten Sie sich an Lavendel, Rosen und Kletterpflanzen halten, die darauf trainiert sind, in strengen Mustern an Wänden oder Spalieren zu wachsen.
Zu den Werkzeugen für diesen Stil gehören Besen mit steifen Borsten zum Fegen von Kieswegen, schwere Scheren für Buchsbaumhecken und eine Laserwaage, um sicherzustellen, dass Ihre Beete wirklich gerade sind. Der Wartungsaufwand ist höher. Sie kämpfen ständig gegen die Tendenz der Natur, wild zu werden.
Der friedliche japanische Zen-Garten
Bei japanischen Gärten geht es nicht nur darum, hübsch auszusehen. Sie sollen die Philosophie des Zen-Buddhismus erleichtern. Das Ziel ist Frieden, Besinnung und eine Verbindung zu den zugrunde liegenden Prinzipien der Natur.
Diese Gärten sind oft von Hecken oder Zäunen umgeben, um einen privaten Rückzugsort zu schaffen. Im Inneren liegt der Fokus auf Balance. Immergrüne Pflanzen sorgen das ganze Jahr über für Struktur und Farbe, während saisonale Blüten wie Schwertlilien und Lilien vorübergehende Akzente setzen.
Wasser steht im Mittelpunkt, aber es wird anders gehandhabt als im französischen Stil. Egal, ob Sie einen Brunnen, einen Teich oder ein einfaches Wasserbecken (Tsukubai) verwenden, die Strömung sollte sanft sein. Das Wasser sollte sich von Osten nach Westen bewegen und dabei dem Lauf der Sonne folgen. Hierbei handelt es sich um eine spezifische Richtungsanforderung, die den Entwurf in der traditionellen Praxis verankert.
Steine sind wohl wichtiger als Pflanzen. Sie repräsentieren Berge, Inseln oder Stabilität. Man kann nicht einfach überall Steine werfen. Sie müssen mit Absicht platziert werden, oft in ungerader Anzahl (3, 5 oder 7), um ein Gefühl natürlicher Asymmetrie zu erzeugen. Verwenden Sie Naturstein, keine Betonpflastersteine. Die Erde sollte sichtbar sein, oft geharkter Kies oder Moos, kein saftig grüner Rasen.
Die Materialien hier sind roh und ungeschliffen. Holz, Stein und Wasser. Vermeiden Sie grelle, künstliche Farben. Die Palette sollte gedämpft sein: Grün, Grau, Braun und das Weiß von geharktem Kies.
Welcher Stil passt zu Ihrem Raum?
Es gibt keine einzige richtige Antwort. Der englische Stil eignet sich am besten für größere Räume mit natürlichen Konturen. Sie brauchen Raum, damit das „Chaos“ atmen kann. Wenn Sie einen kleinen, flachen Hinterhof haben, könnte der englische Stil eng oder unordentlich wirken.
Der französische Stil erfordert flaches, offenes Gelände. Geometrische Präzision lässt sich nicht einfach umsetzen

































